Historie

Burgführung durch das Wasserschloss

Erfahren Sie alles über die Historie des Wasserschlosses Westerburg bei einer ausführlichen Führung und entdecken Sie noch viele weitere Details in unserem Haus.

Mittwochs ab 10.30 Uhr und sonntags ab 10.00 Uhr - kostenfrei für unsere Hotelgäste, 3,00 € für Tagesgäste
Ab 8 Teilnehmern auch zu anderen Wunschterminen buchbar - 3,00 € pro Person

Das Wasserschloss Westerburg ist eine der ältesten und dabei am besten erhaltenen Niederungsburgen in Deutschland und blickt auf eine über 1000 jährige wechselvolle Geschichte zurück. Das Wasserschloss, so wie es heute zu bewundern ist, hat sich aus bescheidenen Anfängen einer kleinen Burg unter den verschiedensten Herren, Besitzern und Verwaltern entwickelt. Für Interessierte haben wir im Folgenden sowohl die allgemeine Geschichte als auch speziell die Baugeschichte des Wasserschlosses Westerburg zusammengetragen.

1. Gründung des Wasserschlosses Westerburg

Insbesondere die Gründungs- und Frühgeschichte des Wasserschlosses Westerburg konnte bisher auf Grund der schlechten Quellenlage so gut wie gar nicht aufgehellt werden. Bis in die jüngsten heimatgeschichtlichen Veröffentlichungen wird die Errichtung der Westerburg   in die Zeit Karls des Großen datiert. Dieser soll das Wasserschloss um 780 n.Chr. während eines Feldzuges zur Überwachung der widerspenstigen Ostsachsen an der Südseite des damals noch lagunenartigen Großen Bruches erbaut haben. Leider sind uns jedoch weder literarische noch archäologische Zeugnisse aus dieser Zeit erhalten geblieben, daher muss man die Gründungsgeschichte der Westerburg wohl eher in das Reich der Sagen und Mythen verlagern. Demnach soll auch eine Schwester oder Tochter des großen Frankenkaisers längere Zeit auf der Burg verweilt haben.

Es steht jedoch fest, dass das Gebiet der Westerburg in karolingischer Zeit zum sog. "Charudengau" oder "Harzgau" gehörte, welcher sich vom Großen Bruch und der Bode bis weit in den Hochharz im Süden erstreckte, und auch den Brocken, den höchsten Gipfel Norddeutschlands, umfasste. Solche Gaue waren Verwaltungseinheiten, an dessen Spitze ein vom Kaiser ernannter Gaugraf stand. Dieser hatte für die Aufrechterhaltung des Landfriedens zu sorgen, überwachte  die Rechtspflege und die Erhebung von Abgaben und war in Zeiten des Krieges für die Aushebung des Heerbanns zuständig. Innerhalb eines Gaues gab es wiederrum einzelne, umfangreiche Besitzungen, deren Inhaber auch den Grafentitel führten, und mancherlei verschiedene Vorrechte besaßen oder erwarben. Eine solche Untergrafschaft war auch die Grafschaft Regenstein oder "Reinstein", zu deren Besitzungen später auch die Westerburg gehörte.

Sie besetzte wie andere Befestigungen in Hornburg, Hessen und Schlanstedt eine Position an der Südseite des Großen Bruches, sicherte jedoch im Gegensatz zu diesen keinen Furtweg durch das damals noch sumpfige Gebiet. Die Bedeutung der Westerburg ist vielleicht eher durch die Territorialpolitik der Grafen von Regenstein zu bestimmen, welche in den folgenden Jahrhunderten eine prägende Rolle in dieser  Region übernehmen sollten.

2. Das Wasserschloss Westerburg im Mittelalter

Eine urkundlich belegte Schenkung Kaiser Heinrichs III an das Bistum Halberstadt aus dem Jahr 1052 umschreibt unter Anderem auch das Gebiet zweier Grafschaften im Harzvorland in dem auch die Westerburg liegt. Ob die Westerburg zu diesem Zeitpunkt bereits existierte, und somit ebenfalls in den Besitz Burchardt I., dem Bischof von Halberstadt gelangte, muss offen bleiben. Durch den Besitzwechsel wurde ein gewisser Graf Bernhard aus dem Hause "von Walbeck", welcher zuvor den Harzgau, den Darlingau als auch den Nordthüringgau verwaltet hatte, nun zum Lehensträger des Halberstädter Bistums. In dieser Funktion folgte ihm sein Sohn Gebhard, nach dessen Tod 1075 erhielt Lothar von Süpplinburg die Grafschaft.

Nach seiner Ernennung zum deutschen Kaiser im Jahr 1125 übertrug Lothar das Halberstädter Lehen im Harzvorland an seinen Verwandten Poppo. Dieser gilt als Stammvater der Grafen zu Blankenburg-Reinstein(Regenstein). Die Söhne Poppos, Siegfried und Konrad, teilten später die väterlichen Besitzungen so, dass Siegfried die Grafschaft Blankenburg erhielt, und Konrad sich den Regenstein als Wohnsitz erwählte, und sich nunmehr Graf von Regenstein nannte.

3. Hochmittelalter: Die Regensteiner Grafen

Angeblich fiel die Westerburg, oder zumindest dessen Gebiet im Harzvorland, 1180 als Lehnsbesitz an die Grafen von Regenstein.  Wann dies genau geschah, ist jedoch schwerlich nachzuweisen, da ein Großteil der Urkunden 1546 beim Schloßbrand zu Blankenburg und bei Plünderungen des Klosters Michaelstein 1525 und 1553 verloren gingen. Der erste gesicherte urkundliche Nachweis der Westerburg  datiert aus dem Jahr 1335.

Eine interessante Anekdote stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Erwiesen ist, das der damalige Graf Albrecht von Regenstein, welcher als „Raubgraf“ in die Geschichte eingehen sollte, immer wieder in Fehde mit der Stadt Quedlinburg und dem Bistum Halberstadt lag. Ein Grund der gewaltsamen Auseinandersetzungen des Regensteiner Grafen mit dem Bischof von Halberstadt war der Streit um das Erbe der Grafschaft Falkenstein im Harz. Albrecht überfiel daraufhin die Quedlinburger Feldflur und besetzte die Neustadt. Nach verschiedenen Kämpfen wurde er im Juli 1336 gefasst. Am 22. März 1338 wurde nach längeren Schlichtungsverhandlungen eine Sühneurkunde ausgestellt, in der die Regensteiner den Bischof von Halberstadt als Schutzherrn Quedlinburgs, dessen Neustadt 1300 aus Geldmangel zum Regensteiner Lehen geworden war, anerkannten.

Dennoch sollte dem Grafen seine Streitbarkeit letztendlich zum Verhängnis werden: Im Jahr 1348 befand sich Albrecht auf dem Weg zur Westerburg, als er von einer Schar bischöflicher Anhänger überfallen und ermordet wurde.

4. Spätmittelalter und Renaissance

Über die Art der lokalen Verwaltung und die Bewirtschaftung der Westerburg in mittelalterlicher Zeit ist uns leider wenig bekannt. Urkundlich nachweisbar sind die Verhältnisse erst wieder vom Jahr 1521 an, in dem die Westerburg für 25 Jahre an Bertram von Dorpstedt und dessen Erben für 11000 Goldgulden versetzt wurde. 1539 verpfändete der damalige Graf Ulrich von Regenstein das "Haus und Amt Westerburg" anderweitig an Matthias von Veltheim, indem diesem nach Ablauf der genannten 25 Jahre also 1546, das Gut von Bertram von Dorpstedt gegen Rückerstattung der 11000 Goldgulden "eingeräumt" werden sollte.

Nach dem Tode des Matthias von Veltheim wurde das  "Haus und Amt Westerburg"  1568 von den Regensteiner Grafen Botho, Ernst und Kaspar Ulrich in einem neuen Vertrag  an Joachim von der Schulenburg verpfändet, welcher zuvor Sophie von Veltheim  geheiratet hatte. Die Pfandsumme betrug nun 31000 fl. Goldgulden. (Goldgulden wurden ab 1252 in Florenz geprägt, daher die Abkürzung "fl.")

Vom Vertrag ausgenommen waren dabei "...zwei Holzungen, Steuern und Zinsen und alle Bergwerke."
Als gegen Ende des 16.Jahrhunderts das regensteinsche Grafengeschlecht augenscheinlich dem Aussterben entgegen ging, und dadurch die Grafschaft Regenstein und damit auch die Westerburg als erledigtes Lehen an den Hochstift Halberstadt zurückfallen würde, ließ der damalige Bischof von Halberstadt, Heinrich Julius (1566-1613), bereits 1583 seinen Vater, den Herzog von Braunschweig und dessen Erben  im Voraus mit der Regensteiner Grafschaft belehnen, falls dieses Lehen eben an das Bistum zurückfallen würde. Im selben Jahr starb jedoch Herzog Julius von Braunschweig. Somit ging nicht nur das Regensteinsche Lehen, sondern auch das Herzogtum Braunschweig an den Halberstädter Bischof Heinrich Julius über.

Als 1599  die Regensteiner Grafen schließlich ausstarben, und der Lehnssitz der Grafschaft an die braunschweigische Herzogsfamilie überging, behielten die Schulenburgs zunächst noch den Pfandbesitz der Westerburg. Nachdem jedoch 1613 Heinrich Julius gestorben war, zahlte dessen Witwe, die Herzogin Elisabeth von Braunschweig, die Pfandsumme zurück und verpachtete nun das Gut an Heinrich und Joachim von Veltheim.

4.1. Hexenprozesse auf dem Wasserschloss Westerburg

Zu den traurigsten Ereignissen in der Geschichte des Wasserschlosses Westerburg gehören die grausamen Verfolgungen, welche am Ende des 16. Jh. vom Westerburger  Amtmann Pregrenius Hünerkopf gegen eine beträchtliche Anzahl einheimischer Frauen vorgenommen wurden.  Die ehemals im sog. "Schweißstüblein" (der heutigen Amsstube)  aufbewahrten Prozessakten sind teilweise in das Archiv zu Magdeburg verlagert worden, teilweise sind sie verloren gegangen. In diesen  Schriften  wird genau angegeben, wie man durch Folter und  "Tränke"  den Opfern Geständnisse  abquälte, um sie dann auf dem Scheiterhaufen lebendig zu verbrennen. Über die aus Rohrsheim stammende Anna Mener wurde am 4. Juli 1597 vor dem Magdeburger Schöppengericht verhandelt:

" Man beschuldigte sie, mit Teufeln gebuhlt zu haben, sowie, dass sie ihrem Ehemanne eine Schar Teufel in den Bart gehext habe, von denen ihn andere Hexen wieder hätten befreien müssen... Unter den Zeugen waren vornehmlich die Vögte von Rohrsheim und Westerburg ,allesamt erfahrende Hexenkenner...Nachdem sie jedoch gefoltert wurde und ihr das vom Scharfrichter bereitete " Arcanum" eingegeben worden war, bekannte sie alle möglichen Tollheiten....Darauf hin wurde sie denn auch auf dem Scheiterhaufen bei lebendigem Leibe verbrannt...".
(Quelle: Hermann Clajus nach den Westerburger Prozessakten im Archiv zu Magdeburg)

Ob religiöser Fanatismus oder sonstige schändliche Leidenschaften die Triebfeder für die schrecklichen Hexenprozesse waren, ist schwer nachzuvollziehen. In jedem Fall folgten der Anna Mener noch einige Frauen auf den Scheiterhaufen, bevor selbst dem Magdeburger Gericht das Treiben des Amtmannes Hünerkopf zu arg wurde und seine bizarren  Anklagen  abschmetterte.

5. Der 30- jährige Krieg

Mit dem Tode des Heinrich Julius endete  die Personalunion des Bistums Halberstadt und des Braunschweiger Herzogtums. Dies hatte zur Folge, dass sowohl das Bistum Halberstadt als auch das Herzogtum Braunschweig die Grafschaft Regenstein und somit die Westerburg in den Folgejahren immer wieder  für sich allein beanspruchten.

Während der Bischofsstab in schneller Zeitfolge an seine drei Söhne, Heinrich Karl, Rudolf und Christian überging, wurde der älteste Sohn Friedrich Ulrich  neuer Herzog von Braunschweig.  Mit dem Tode der Elisabeth von Braunschweig 1629, der Witwe von Bischof Heinrich Julius,  gingen von da an auch die Erträge der Westerburg an Herzog Friedrich Ulrich über. Dieser nutzte sein Recht als Lehnsträger, und versetzte 1633 das Westerburger Gut für 38000 Taler an Henning von Steinberg.

Tatsächlich gestalteten sich die Besitzverhältnisse in den unruhigen Zeiten des 30-jährigen Krieges oft  sehr unübersichtlich.  So wird dem Bischof Christian von Halberstadt angelastet, den Krieg in das Harzvorland gebracht zu haben. Der Volksmund  gab im später, wegen "seines wilden Treibens im 30-jährigen Kriege" den Namen " der tolle Braunschweiger", oder " der tolle Christian". 1628 erhielt Mar von Waldstein die Grafschaft Regenstein als Pfand, denn er vergab einen Kredit von 50000 Gulden an den kaiserlichen Hof. Als Mar von Waldstein gegen die Summe von 50000 Gulden Blankenburg, einen Teil der Regensteiner Grafschaft, an den Grafen Merode abtreten wollte, protestierte das Bistum Halberstadt gegen diese Besitzergreifung, und nahm die Grafschaft Regenstein in Besitz. Kurze Zeit später tritt wiederum der Graf Merode als Herrscher der Grafschaft Regenstein auf.
 1631 wurde schließlich auch die Westerburg in die Wirren des Krieges hineingezogen; von kaiserlich-katholischen Truppen besetzt wird die Burg noch im selben Jahr von einem schwedischen Regiment unter der Führung des Obristen Andreas Guth belagert. Da sich die Kaiserlichen jedoch schnell ergaben, blieb die Westerburg unversehrt.

Spätestens nach der Schlacht bei Breitenfeld 1631, in der König Gustav Adolf II von Schweden den Kaiserlichen Truppen eine empfindliche Niederlage beibrachte, wurde die Gegend um die Westerburg  von kaiserlichen Truppen befreit.  Im gleichen Jahr zahlte das Herzogtum Braunschweig 50000 Gulden an den Grafen Merode, und kam dadurch wieder in den Besitz der Grafschaft Regenstein und damit der Westerburg. Um 1700 besaß ein Gulden die Kaufkraft, die heute etwa 40-50 Euro entspräche.

1643 belehnte der Erzherzog Leopold von Österreich (1614-1662), welcher zu jener Zeit auch Bischof von Halberstadt war, den Malteserritter und Präsident des Kriegsrates, Graf Wilhelm Leopold von Tättenbach, mit der Grafschaft Regenstein. Als Pächter und Bewirtschafter der Westerburg fungierte weiterhin die Familie von Steinberg bis zu deren Aussterben im Jahre 1701.

6. Kurbrandenburg oder Braunschweig

1648 endete mit dem Westfälischen Frieden offiziell der 30-jährige Krieg. Im Zuge der territorialen Neuordnung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation fiel das Bistum Halberstadt an das Kurfürstentum Brandenburg, und damit letztendlich auch die Oberherrschaft über die Westerburg. Trotzdem beanspruchte das Herzogtum Braunschweig weiterhin die Westerburg. Am 28. November 1649 verfassten braunschweigische Beamte ein drohendes Schreiben an den damaligen Amtsverwalter Clodius zu Westerburg, worin diese im verboten, die auf den 29. November angeordnete Huldigung der Untertanen an Kurbrandenburg im Amt Westerburg stattfinden zu lassen:

" ...weil das dominum directum und die Oberlehnsherrschaft über das Amt Westerburg samt allen Gerichten und Herrlichkeiten dem Herzoge von Braunschweig zustehe, dessen Rechte auf Westerburg im westfälischen Frieden vorbehalten seien, und von dem auch Graf Tättenbach mit diesem Gute beliehen worden sei."
 (Quelle: Westerburger Lehnssachen Nr.29)

Dieser Protest blieb jedoch weitgehend wirkungslos. Am 29.Oktober 1650 bestätigte der Kurfürst  Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1640-1688)  der Familie von Steinberg urkundlich die Unterlehnsherrschaft und nahm die Inhaber damit gegen die braunschweigischen Ansprüche in Schutz.

Graf von Tättenbach muss sich der Streitigkeiten um die Besitzansprüche wohl bewusst gewesen sein. Daher hielt er es wohl für ratsam, sich der Vorsicht halber auch von Braunschweig belehnen zu lassen. In einer Urkunde vom 3. Juli 1651 heißt es: "Ferner belehnen wir auch Ihne, den Herrn Grafen mit dem halben Theil des Hauses Westerburg, samt allen zu solcher Hellfte gehörigen Dörfern, Hoheit, Ober- und untergerichte, Jagten, Diensten, Zehndten, Holtzungen und allen anderen petinentien." (Quelle: Westerburger Lehnssachen Nr.24/25)

Der Lehnsbrief zeigt uns also auch, welche wirtschaftliche Bedeutung das Westerburger Gut zu dieser Zeit für die Region gehabt haben muss.

Als Graf von Tättenbach 1661 starb , ohne einen Erben zu hinterlassen, besetzten brandenburgische Truppen sofort Regenstein und alle dazugehörigen Besitzungen, um  die Grafschaft gegen die fortwährenden Bemühungen Braunschweigs zu behaupten. 1664 belehnte der Große Kurfürst schließlich den Brudersohn des Grafen von Tättenbach, Graf Erasmus von Tättenbach, mit der Grafschaft Regenstein. Der Streit mit Braunschweig entflammte aufs Neue im Jahr 1670, als Erasmus von Tättenbach  wegen Hochverrats an Kaiser Leopold I. enthauptet worden war.  Daraufhin nahm der Große Kurfürst von Brandenburg die Grafschaft Regenstein als nun erledigtes Halberstädter Lehen in Besitz.

7. Preussische Besitzverhältnisse

Am 18.01.1701 krönte sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg und Herzog von Preußen  eigenständig als Friedrich I. zum König in Preußen. Als im gleichen Jahr die Familie von Steinberg ausstarb, gelangte die Westerburg unmittelbar in den Besitz des preußischen Königs. 
Dieser schenkte die Westerburg seinem Halbbruder, Albrecht Friedrich, dem Prinz von Preußen und Markgraf von Brandenburg/Schwedt. 1731 verstarb dieser, wodurch die Westerburg an seinen Sohn Karl Albrecht Friedrich, den neuen Prinz von Preußen ging. 1765 geht das Besitzrecht über an Heinrich Ludwig, den Bruder König Friedrich II. (der Große), als Dank für seine  Verdienste im 7-jährigen Krieg (1756-1763).

1770 erhielt die Familie Wahnschaffe das Pachtrecht der Westerburg. Diese erhielten jedoch die Auflage, das nördlich angrenzende Große Bruch, welches bis dahin ein Sumpfgebiet gewesen war, urbar  zu machen.  Mit dem Tode Heinrich Ludwigs 1802  wurde die Westerburg zu einer preußischen Staatsdomäne, also Staatseigentum,  dessen Bewirtschaftung mit einer kurzen Unterbrechung bis 1945 durch die Familie Wahnschaffe erfolgte.

7.1. Das Wasserschloss unter französischer Herrschaft

Nach dem Frieden von Tilsit 1807 zwischen Frankreich, Preußen und Russland fiel die Westerburg als Teil des neu gegründeten Vasallenkönigreiches Westphalen unter französische Oberherrschaft unter der Regentschaft des jüngsten Bruders Napoléons, Jérôme (Hieronymus) Napoleon.
Pauline Bonaparte (* 20. Oktober 1780 in Ajaccio; † 9. Juni 1825 in Florenz), ursprünglich Paoletta Buonaparte genannt, Herzogin von Guastalla und die Lieblingsschwester von Napoléon Bonaparte, war nun die offizielle Besitzerin der Burg. 
Gesehen hat sie die Westerburg jedoch nie. Nach der französischen Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 zerfiel das Königreich Westphalen, sodass die ursprünglichen Territorien wiederhergestellt wurden, und die Westerburg zurück an Preußen ging.

8. Nachkriegszeit und DDR Zeit

Im April 1945 wurde das Wasserschloss Westerburg von amerikanischen und englischen Truppen befreit. Ab dem 1. Juli 1945 wurde sie der russischen Besatzungszone zugeordnet.  Bis zum Ende des Jahres diente die Westerburg als Unterkunft für bis zu 250 vertriebene Schlesier, Ost- und Westpreußen, Bukowiner und Sudetendeutsche. Ab 1949 war die Burg  Sitz einer "LPG", einer genossenschaftlich landwirtschaftlichen Vereinigung.  
Bis 1990 dienten ihre Räumlichkeiten unter anderem auch als Gemeindebüro, Arztpraxis, Kindergarten, Wohnungen oder Ställe

9. Nachwendezeit bis heute

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde die Westerburg an Christian Kaisan verpachtet. Dieser veranlasste erste Rekonstruktionsarbeiten und betrieb ein Restaurant im Kastellbereich der Burg.
1999 erfolgte der Kauf der Westerburg durch die Familie Lerche. Am 01.08. 1999 wird das bis dahin betriebene Restaurant geschlossen. Es begannen umfangreiche Sanierungs- und Ausbauarbeiten mit zeitweise bis zu 140 Bauleuten und zwei Architektenbüros.
Am 02.07.2000 eröffnete das First Class Superior „Romanik Hotel Wasserschloss Westerburg“.

10. Zeittafel
  • 770/780 – mythologisch: Gründung der Westerburg während der Sachsenkriege „Karls des Großen“ als militärischer Außenposten 
  • 1052 -  erste urkundliche Erwähnung des Gebietes der Westerburg in einer Schenkung des deutschen Kaisers  „Heinrich III.“ an das Bistum Halberstadt
  • um 1180 – Vergabe der Burg zum Lehen an die Grafen von Regenstein 
  • 1335 – erster gesicherter urkundlicher Nachweis der Westerburg
  • 1521-  Die Westerburg wird für 11000 Goldgulden für einen Zeitraum von 25 Jahren  an Betram von Dorpstadt und dessen Erben versetzt 
  • 1539 - verpfändete der damalige Graf Ulrich von Regenstein das "Haus und Amt Westerburg" anderweitig an Matthias von Veltheim, indem diesem nach Ablauf der genannten 25 Jahre also 1546, das Gut von Bertram von Dorpstedt gegen Rückerstattung der 11000 Goldgulden "eingeräumt" werden sollte.
  • 1568  - wird die Westerburg für 31000 Goldgulden an Joachim von der Schulenburg verpfändet.
  • 1596/1597- Hexenprozesse auf Veranlassung des Westerburger Amtmannes Peregrenius Hünerkopf
  • 1599 stirbt das Geschlecht der Grafen zu Regenstein aus und die Westerburg fällt an das Bistum Halberstadt zurück.
  • 1613 - geht die Westerburg als Lehen an Joachim und Heinrich von Veltheim.
  • 1618-1648 - Durch die Amtsausübung des Bischofs Heinrich Julius I (1566-1613) im Hochstift Halberstadt und dessen Regierung als Herzog zu Wolfenbüttel- Braunschweig führt es nach dessen Tod im 30- jährigen Krieg dazu, dass Halberstadt und Braunschweig gleichermaßen Anspruch auf die Westerburg erheben.
  • 1630 - wird die Westerburg während des 30- jährigen Krieges von kaiserlichen Truppen besetzt und von schwedischen Truppen belagert.  Durch eine rasche Kapitulation bleibt die Burg unversehrt.
  • 1633 - wird Henning von Steinberg für 38000 Taler mit der Westerburg belehnt.
  • 1648 - endet mit dem westfälischen Frieden zu Münster der 30- jährige Krieg. Die Westerburg geht aus dem Bestand des Bistums Halberstadt  in den Besitz des Kurfürsten von Brandenburg über. Das Bistum Halberstadt wird zum Fürstentum erklärt.
  • 29.10.1650 - bestätigt  Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg denen von Steinberg das Lehensrecht über die Westerburg.
  • 18.01.1701 - Gründung des Königreiches Preußen aus dem Herzogtum Preußen. Der Kurfürst Friedrich III. der Mark Brandenburg ist nun als Friedrich I. auch König in Preußen. Im selben Jahr stirbt die Familie von Steinberg aus. Friedrich I. verleiht seinem Halbbruder Albrecht Friedrich, dem Prinz von Preußen und Markgraf von Brandenburg/Schwedt, das Besitzrecht über die Westerburg.
  • 1731 - stirbt Albrecht Friedrich, dessen Sohn Karl Friedrich Albrecht († 1762), neuer Prinz von Preußen, erhält nun die Westerburg.
  • 1765 - geht das Besitzrecht an der Westerburg über an den Prinz von Preußen Heinrich Ludwig, dem Bruder König Friedrich II. (der Große), als Dank für dessen Verdienste im Siebenjährigen Krieg (1756-1763).
  • 1770 - wird die Westerburg an die Familie Wahnschaffe verpachtet, mit der Auflage, das „Grosse Bruch“ urbar zu machen . Mit einer Unterbrechung bleibt das Pachtrecht bis 1945 bei der Familie Wahnschaffe.
  • 1802 - wird die Westerburg preußische Staatsdömane.
  • 1807 - tritt der Frieden von Tilsit in Kraft. Preußen muss seine Gebiete westlich der Elbe an Frankreich abtreten. Die neue Besitzerin der Westerburg ist nun Pauline Bonaparte, die Lieblingsschwester des französischen Kaisers, Napoléon I.
  • 1813/1814 - fällt die Westerburg während der Befreiungskriege zurück an Preußen.
  • April 1945 - Die Westerburg wird von den Amerikanern befreit. Ab 01.Juli 1945 zählt die Burg zur russischen Besatzungszone.
  • Ende 1945 - Die Westerburg dient als Vertriebenenunterkunft für bis zu 250 Schlesier, Ost/Westpreußen, Bukowiner und Sudetendeutsche.
  • 1949 - wird die Westerburg Sitz einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft.
  • Bis 1990 - wird die Westerburg vielfältig als Gemeindebüro, Kindergarten, Schule oder Arztpraxis genutzt.
  • 1990-1999 - Kauf der Westerburg durch Christian Kaisan. Es finden erste Rekonstruktionsarbeiten statt. Ein kleines Restaurant wird eröffnet.
  • 1999 - Kauf der Westerburg durch Familie Lerche
  • 01.08.2000 - Schließung des Restaurants, Entschuttung, Entkernung, Sanierung  mit zeitweise 140 Bauleuten und zwei Architektenbüros
  • 02.07.2000 - Eröffnung des First Class Superior Hotels: „Romanik Hotel Wasserschloss Westerburg“ mit Restaurants, Ritterkeller, Festsälen, Barocker Schlosskapelle aus dem Jahr 1681 mit Standesamt, Burgscheune, Gräflicher Amtsstube, Schlossterasse am Burggraben, Wellness- und Beautyfarm, Tagungsräumen, Hotelzimmern und Suiten
  • 2001 - Sanierung des umliegenden Parks mit Sportplatz und Pavillons, Instandsetzung der Orgel in der Schlosskapelle
  • 2002 - Bau von Garagen für Gästefahrzeuge, Haustechnikerwerkstatt, Parkbeleuchtung
  • März 2002 - Eröffnung des ersten Spa Bereiches "Romantik Spa" mit Badebecken, Wärmebank, Kneippbecken, Schwalldusche, Gegenstromanlage, sowie Saunen
  • 2003 - Einrichtung des Fitnessraumes
  • 2004 - Neueindeckung des Daches des Kastells,Wiederherstellung der historischen Turmuhr, komplette Sanierung der Fassade des Kastells
  • Mai 2005 - Sanierung des Taubenturms, Eröffnung als Turteltauben-Turmzimmer
  • 2007 - Das Markgrafenzimmer "Albrecht Friedrich" und andere Hotelzimmer kommen hinzu, nun insgesamt 45 Hotelzimmer
  • April 2008 - Anbau des Saunagartens, Neugestaltung der öffentlichen Toiletten
  • September 2008 - Erwerb des Parkplatzes und der anliegenden Gebäude mit dem Ziel der späteren Rekonstruktion
  • Januar 2008 - Planungsbeginn für den Umbau des Ostflügels
  • März 2010 - Baubeginn Umbau Ostflügel des Burgrings mit Ziel: Galerie-Spa mit 18 x 5 x 1,35 m     Schwimmbecken und Whirlpool, Vitalbar mit 30 Plätzen, 13 Themenzimmer, Sanierung  des gesamten Daches der Rundburg, Nutzung Erdwärme
  • 01. Mai 2012 - Eröffnung des zweiten Wellnessbereiches "Galerie Spa" im Ostflügel: 18x5 m Schwimmbecken, Whirlpool, Vitalbar, 13 neue Themenzimmer Hotelzimmer, jetzt insgesamt 57 Zimmer
  • September 2014 - Fertigstellung der Außengalerie im Burginnenhof